Der letzte Drachenkönig: Der Aufstieg von Aetherion

Das Erbe von Aetherion

Prolog – Vor tausend Jahren

Bevor die Menschen Burgen bauten, bevor Könige ihre Kronen trugen und bevor die ersten Städte Namen bekamen, gehörte die Welt den Drachen.

Über den Wolken lag das Reich Aetherion.

Es war kein gewöhnliches Königreich.

Die Berge waren aus schwarzem Kristall, in deren Innerem uraltes Feuer brannte. Flüsse aus blauem Licht zogen sich durch die Täler. Riesige Bäume wuchsen höher als Türme, und zwischen den Wolken flogen Drachen in allen Farben.

An ihrer Spitze stand der mächtigste Drache, den die Welt je gesehen hatte.

Aeron, der Himmelskönig.

Seine Schuppen waren silbern wie Mondlicht. Zwei gewaltige Hörner ragten aus seinem Schädel, und seine Augen leuchteten golden.

Doch Aeron war nicht nur stark.

Er glaubte daran, dass Menschen und Drachen zusammenleben konnten.

Seine Königin, Seraphina, glaubte dasselbe.

Ihr einziger Sohn war noch ein Kind.

Sein Name war Kael.

Kael war anders als die anderen jungen Drachen.

Während andere bereits Feuer speien konnten, schaffte er kaum eine kleine Flamme.

Während seine Freunde durch die Wolken flogen, fiel er nach wenigen Metern vom Himmel.

Und während andere Drachen stolz ihre Macht zeigten, versteckte Kael sich oft hinter seiner Mutter.

Doch sein Vater sagte immer:

„Stärke bedeutet nicht, dass du niemals fällst.“

Aeron legte seinen gewaltigen Kopf neben seinen Sohn.

„Stärke bedeutet, dass du jedes Mal wieder aufstehst.“

Kael sah ihn an.

„Werde ich eines Tages so stark wie du?“

Aeron lächelte.

„Nein.“

Kael wurde traurig.

Dann fügte der König hinzu:

„Du wirst stärker sein.“

Kael lächelte.

Er wusste nicht, dass dies das letzte Gespräch mit seinem Vater sein würde.


Kapitel 1 – Die Nacht, in der Aetherion fiel

In jener Nacht färbte sich der Himmel rot.

Nicht wegen des Sonnenuntergangs.

Sondern wegen des Feuers.

Tausende schwarze Schatten stiegen aus den Bergen empor.

An ihrer Spitze flog ein Drache mit schwarzen Schuppen.

Sein Name war Varkhan.

Er war einst ein General Aetherions gewesen.

Doch Varkhan wollte mehr.

Er wollte die Macht des Urdrachenherzens.

Eine uralte Energie, die tief unter dem Palast verborgen lag.

Varkhan landete vor den Toren des Königreichs.

Hunderte schwarze Drachen landeten hinter ihm.

Aeron erschien am Himmel.

„Varkhan.“

Seine Stimme ließ die Berge erzittern.

„Du bist hier nicht willkommen.“

Varkhan lachte.

„Ich bin nicht gekommen, um willkommen zu sein.“

Er hob den Kopf.

„Ich bin gekommen, um König zu werden.“

Aeron breitete seine Flügel aus.

„Dann musst du zuerst an mir vorbei.“

Der Himmel explodierte.

Drachen kämpften gegen Drachen.

Feuer traf Eis.

Blitze zerrissen die Wolken.

Die Erde bebte.

Kael wurde von seiner Mutter in eine unterirdische Kammer gebracht.

„Mama?“

Seraphina kniete sich vor ihn.

Sie versuchte zu lächeln.

Doch ihre Augen waren voller Angst.

„Hör mir gut zu.“

Sie legte eine Hand auf seine Brust.

Ein kleines goldenes Licht erschien.

„Eines Tages wirst du verstehen, warum du geboren wurdest.“

„Ich will bei euch bleiben.“

„Nein.“

Ihre Stimme brach.

„Du musst leben.“

Kael begann zu weinen.

„Warum?“

Seraphina umarmte ihn.

„Weil du der letzte Hoffnungsschimmer unseres Volkes bist.“

Dann nahm sie einen kleinen Kristall von ihrer Halskette.

Sie drückte ihn gegen Kaels Brust.

Der Kristall verschmolz mit seinem Körper.

„Wenn die Zeit gekommen ist, wird dein wahres Erbe erwachen.“

Plötzlich bebte die Kammer.

Eine Explosion erschütterte den Palast.

Seraphina stand auf.

„Bleib hier.“

„Mama!“

Sie ging zur Tür.

Dann drehte sie sich noch einmal um.

„Kael.“

„Ja?“

„Hab keine Angst davor, anders zu sein.“

Die Tür schloss sich.

Das war das letzte Mal, dass Kael seine Mutter sah.


Der Untergang

Aeron kämpfte gegen Varkhan.

Beide stürzten durch die Wolken.

Aeron biss Varkhan in den Flügel.

Varkhan brüllte.

„Du bist schwach geworden!“

Aeron antwortete:

„Nein.“

Goldene Energie sammelte sich in seinem Maul.

„Ich bin nur müde geworden, gegen Monster wie dich zu kämpfen.“

Ein gewaltiger goldener Strahl traf Varkhan.

Doch Varkhan hatte darauf gewartet.

Er zog einen schwarzen Kristall hervor.

„Das Urdrachenherz gehört jetzt mir.“

Schwarze Energie schoss durch Aerons Körper.

Der König stürzte.

„Vater!“

Kael hörte seinen Schrei.

Dann wurde alles dunkel.


Kapitel 2 – Das letzte Ei

Tausend Jahre später.

Der Name Aetherion war vergessen.

Die Drachen waren Legenden geworden.

Menschen erzählten sich Geschichten über sie.

Manche glaubten, Drachen hätten nie existiert.

Andere fürchteten, dass sie eines Tages zurückkehren würden.

In einem kleinen Dorf namens Eldoria lebten weniger als zweihundert Menschen.

Am Rand des Dorfes lag ein dichter Wald.

Die Dorfbewohner nannten ihn:

Den Wald der Toten.

Niemand ging nachts dorthin.

Doch in einer stürmischen Nacht hörte ein Holzfäller ein Geräusch.

„Was war das?“

Er blieb stehen.

Ein leises Weinen.

Er folgte dem Geräusch.

Immer tiefer ging er in den Wald.

Dann sah er etwas.

Ein Baby.

Es lag allein auf einem alten Tuch zwischen den Wurzeln eines Baumes.

Der Holzfäller erstarrte.

„Ein Baby?“

Er nahm es vorsichtig hoch.

Das Kind weinte.

Doch plötzlich hörte er etwas hinter sich.

Ein tiefes Knurren.

Der Holzfäller drehte sich um.

Sein Gesicht wurde bleich.

Zwischen den Bäumen erschien ein gigantischer Drache.

Seine Schuppen waren dunkelblau.

Seine Flügel bedeckten fast den gesamten Himmel.

Der Holzfäller ließ das Baby beinahe fallen.

„D… Drache.“

Der Drache kam näher.

Der Mann schloss die Augen.

Doch der Angriff kam nicht.

Stattdessen senkte der Drache seinen Kopf.

Er betrachtete das Baby.

Dann setzte er sich neben das Kind.

Der Holzfäller öffnete langsam die Augen.

Der Drache legte eine seiner riesigen Klauen neben das Baby.

Das Kind hörte auf zu weinen.

Der Drache brummte leise.

Fast wie ein Schlaflied.

Der Holzfäller rannte zurück ins Dorf.

„Ein Drache!“

Die Menschen kamen mit Fackeln und Speeren.

Doch als sie den Wald erreichten, sahen sie etwas, das sie niemals vergessen würden.

Der Drache lag neben dem Baby.

Er beschützte es.


Kapitel 3 – Das Kind des Drachen

Die Dorfbewohner nannten das Baby Lio.

Niemand wusste, woher es kam.

Niemand wusste, wer seine Eltern waren.

Nur der Drache blieb.

Die Menschen nannten ihn Eldran.

Jede Nacht erschien er am Waldrand.

Wenn wilde Tiere kamen, vertrieb er sie.

Wenn ein Sturm aufkam, stellte er sich zwischen das Dorf und den Wind.

Wenn Lio krank war, blieb Eldran die ganze Nacht neben seinem Fenster.

Die Jahre vergingen.

Lio wuchs auf.

Mit zwölf Jahren war er ein ruhiger Junge.

Er war jedoch körperlich schwach.

Andere Kinder konnten schwere Säcke tragen.

Lio konnte kaum einen kleinen Holzklotz heben.

Er wurde oft verspottet.

„Da kommt der nutzlose Lio!“

„Der Junge kann nicht einmal ein Schwert halten!“

Lio senkte den Kopf.

Seine beste Freundin Mira stellte sich vor ihn.

„Lasst ihn in Ruhe!“

Ein Junge lachte.

„Warum? Willst du ihn heiraten?“

Mira wurde rot.

„Halt den Mund!“

Lio grinste.

„Danke.“

„Du bist wirklich schwach.“

„Ich weiß.“

„Dann werde stärker.“

Lio sah sie an.

„Hilfst du mir?“

Mira lächelte.

„Jeden Tag.“


Kapitel 4 – Der Drache und das Geheimnis

Eines Abends saß Lio am See.

Eldran lag hinter ihm.

„Eldran.“

Der Drache hob den Kopf.

„Warum beschützt du mich?“

Eldran schwieg.

„Seit ich klein bin, bist du bei mir.“

Lio drehte sich um.

„Wer bin ich?“

Der Drache sah ihn lange an.

Dann geschah etwas Unmögliches.

Eldran sprach.

„Du bist der letzte Sohn des Drachenkönigs.“

Lio erstarrte.

„Du… kannst sprechen?“

„Ich habe lange genug gewartet.“

Lio stand langsam auf.

„Welcher Drachenkönig?“

Eldran schloss die Augen.

„Aeron.“

Der Wind verstummte.

„Dein Vater.“

Lio starrte ihn an.

„Mein Vater war ein Drache?“

Eldran nickte.

„Du bist halb Mensch.“

„Und halb Drache.“

Lio begann zu lachen.

„Das ist unmöglich.“

Eldran zeigte mit seiner Klaue auf Lios Brust.

Unter seiner Haut erschien ein goldenes Licht.

Lio fiel auf die Knie.

„Was ist das?“

„Das Erbe deines Vaters.“


Kapitel 5 – Die erste Verwandlung

In dieser Nacht konnte Lio nicht schlafen.

Sein Herz raste.

Plötzlich bekam er starke Schmerzen.

„Ah!“

Er fiel aus dem Bett.

Goldene Energie schoss durch seinen Körper.

Seine Augen wurden golden.

Kleine Schuppen erschienen auf seinen Armen.

„Was passiert mit mir?“

Seine Hände verwandelten sich langsam.

Krallen.

Seine Wirbelsäule spannte sich.

Ein Schweif erschien.

Lio schrie.

Dann…

Stille.

Vor dem Haus stand ein kleiner goldener Drache.

Er war kaum größer als ein Wolf.

Eldran trat aus dem Wald.

Lio sah seinen Körper an.

„Ich bin… ein Drache.“

Eldran nickte.

„Ein sehr schwacher.“

Lio sah ihn empört an.

„Das hättest du nicht sagen müssen.“

Eldran lachte.

„Wenn du König werden willst, musst du lernen, die Wahrheit zu ertragen.“


Kapitel 6 – Die Reise beginnt

Lio beschloss, sein Dorf zu verlassen.

Er wollte die Wahrheit herausfinden.

Wer hatte seine Familie zerstört?

Wo waren die Drachen?

Wer war Varkhan?

Und warum hatte er überlebt?

Mira wollte mitkommen.

„Nein.“

Lio schüttelte den Kopf.

„Es ist gefährlich.“

Mira nahm ihr Schwert.

„Dann bin ich eben gefährlich.“

Lio musste lachen.

„Du bist verrückt.“

„Das hast du erst jetzt bemerkt?“

Eldran sah beide an.

„Ihr braucht noch jemanden.“

Aus dem Wald kam ein kleiner Fuchs.

Er trug eine winzige Tasche.

„Meinst du mich?“

Lio sprang zurück.

„Der Fuchs spricht!“

Der Fuchs seufzte.

„Menschen sind wirklich langsam.“

Sein Name war Rin.

Er war ein magischer Waldgeist.

Rin wurde ihr erster Begleiter.

Später begegneten sie Darian, einem jungen Ritter, der von seinem eigenen König verraten worden war.

Darian zog sein Schwert.

„Ich traue keinem Drachen.“

Lio verwandelte sich.

Seine kleinen goldenen Flügel öffneten sich.

„Dann traue mir nicht.“

Darian sah ihn an.

„Aber ich werde mit dir kämpfen.“


Kapitel 7 – Der erste Feind

Ihre Reise führte sie in eine alte Ruinenstadt.

Dort warteten Soldaten.

An ihrer Spitze stand ein Mann mit schwarzer Rüstung.

Lord Kaeron.

„Der letzte Drache.“

Lio erstarrte.

Kaeron lächelte.

„Endlich habe ich dich gefunden.“

Mira zog ihr Schwert.

„Wer bist du?“

„Ein Diener Varkhans.“

Lio spürte seinen Hass.

„Varkhan lebt?“

Kaeron lachte.

„Natürlich.“

Der Boden bebte.

Eine schwarze Flamme erschien.

Lio verwandelte sich.

Doch seine kleine Drachenform wurde sofort zurückgeschleudert.

Er schlug gegen eine Mauer.

„Lio!“

Mira rannte zu ihm.

Kaeron hob seine Hand.

„Du bist noch viel zu schwach.“

Lio stand auf.

Blut lief über seine Stirn.

„Dann werde ich stärker.“

Er griff erneut an.

Kaeron zerstörte seinen Angriff.

Lio fiel.

Doch diesmal stand er wieder auf.

Dann noch einmal.

Und noch einmal.

Bis Kaeron schließlich sagte:

„Interessant.“

Er verschwand.

„Werde stärker, kleiner König.“


Kapitel 8 – Das Training

Nach diesem Kampf wusste Lio:

Er konnte nicht gewinnen, wenn er so blieb.

Eldran brachte ihn in die Berge.

Dort begann sein Training.

Laufen.

Klettern.

Schwertkampf.

Drachenflug.

Feuerkontrolle.

Meditation.

Lio fiel jeden Tag.

Er verbrannte sich die Hände.

Er brach sich beinahe den Flügel.

Er verlor gegen Darian.

Gegen Mira.

Sogar gegen Rin.

„Das ist unfair!“

Rin grinste.

„Ein König darf sich nicht beschweren.“

Wochen vergingen.

Dann Monate.

Lio lernte.

Seine menschliche Form wurde stärker.

Seine Drachenform wuchs.

Seine Flammen wurden goldener.

Doch das Wichtigste war etwas anderes.

Er lernte, seine beiden Seiten zu verbinden.

Mensch.

Drache.

Herz.

Instinkt.


Kapitel 9 – Das Mädchen aus dem Eisreich

Während ihrer Reise erreichten sie ein gefrorenes Königreich.

Dort begegneten sie Elena.

Sie war die Prinzessin des Eisreichs.

Lio rettete sie vor drei Schattenmonstern.

Elena sah ihn an.

„Du bist ein Drache.“

„Ja.“

„Warum hast du mich gerettet?“

„Weil du Hilfe gebraucht hast.“

Elena lächelte.

„Du bist seltsam.“

„Das höre ich oft.“

Sie schloss sich der Gruppe an.

Mit der Zeit entwickelte sich etwas zwischen ihr und Lio.

Zuerst waren es kleine Momente.

Ein Blick.

Ein Lächeln.

Eine Hand, die sich zufällig berührte.

Dann eines Nachts saßen sie gemeinsam unter den Sternen.

Elena fragte:

„Wenn du König wirst, was willst du tun?“

Lio sah zum Himmel.

„Ich will niemanden mehr verlieren.“

Elena legte ihre Hand auf seine.

„Dann musst du nicht allein kämpfen.“

Lio sah sie an.

Zum ersten Mal seit langer Zeit fühlte er Frieden.


Kapitel 10 – Die Wahrheit über Varkhan

In einer alten Bibliothek fanden sie die Geschichte von Aetherion.

Darian las die letzte Seite.

Sein Gesicht wurde blass.

„Lio.“

„Was?“

„Varkhan hat deinen Vater nicht einfach getötet.“

Lio trat näher.

„Was meinst du?“

Darian zeigte auf ein altes Bild.

Varkhan stand neben Aeron.

„Varkhan war ursprünglich der Bruder deines Vaters.“

Lio erstarrte.

„Was?“

Eldran senkte den Kopf.

„Es ist wahr.“

Varkhan war nicht nur ein Feind.

Er war Lios Onkel.

Der Mann, der Aetherion zerstört hatte, war Teil seiner eigenen Familie.

Doch es gab noch etwas.

Varkhan hatte das Urdrachenherz nicht vollständig kontrollieren können.

Er brauchte einen zweiten Teil.

Den Teil, der in Lio versiegelt war.


Kapitel 11 – Der Krieg beginnt

Varkhan griff die menschlichen Königreiche an.

Burgen fielen.

Dörfer brannten.

Menschen flohen.

Schwarze Drachen erschienen am Himmel.

Lio sah die Armee vom Berg aus.

Mira fragte:

„Was machen wir?“

Lio antwortete:

„Wir kämpfen.“

Darian zog sein Schwert.

„Dann kämpfen wir.“

Elena hob ihre Hand.

Eis bildete sich um ihren Arm.

Rin grinste.

„Endlich wird es interessant.“

Lio verwandelte sich.

Doch diesmal war seine Form anders.

Seine goldenen Schuppen waren größer.

Seine Flügel gewaltig.

Blitze liefen über seinen Körper.

Er flog über die Armee.

Die Menschen blickten nach oben.

„Ein Drache!“

Lio brüllte.

Der Himmel antwortete.


Kapitel 12 – Der letzte Kampf

Varkhan wartete auf dem zerstörten Thron von Aetherion.

Lio landete vor ihm.

„Onkel.“

Varkhan lächelte.

„Endlich bist du gekommen.“

„Warum hast du alles zerstört?“

Varkhan antwortete:

„Weil dein Vater glaubte, Menschen und Drachen könnten Freunde sein.“

Er stand auf.

„Ich wusste es besser.“

„Du hast tausende getötet.“

„Für Macht gibt es immer einen Preis.“

Lio ballte seine Fäuste.

„Dann bezahle ihn.“

Der Kampf begann.

Varkhan war stärker.

Viel stärker.

Lio wurde durch den Palast geschleudert.

Seine Freunde kämpften gegen Varkhans Armee.

Mira wurde verwundet.

Darian fiel zu Boden.

Elena schrie:

„Lio!“

Lio stand auf.

Seine Beine zitterten.

Varkhan kam näher.

„Du bist genau wie dein Vater.“

Lio hob den Kopf.

„Nein.“

Goldene Energie erschien in seinen Augen.

„Ich bin sein Sohn.“

Das Urdrachenherz erwachte.

Der Kristall in seiner Brust zerbrach.

Eine gewaltige goldene Aura explodierte.

Lio wuchs.

Seine Flügel wurden riesig.

Seine Schuppen verwandelten sich in glänzendes Gold.

Seine Hörner wurden weiß.

Seine Augen leuchteten wie zwei Sonnen.

Er war nicht länger ein kleiner Drache.

Er war der neue Drachenkönig.


Kapitel 13 – König gegen König

Varkhan verwandelte sich ebenfalls.

Sein Körper wurde zu einem gigantischen schwarzen Drachen.

Zwei Könige standen sich gegenüber.

Gold gegen Schwarz.

Licht gegen Schatten.

Vergangenheit gegen Zukunft.

Varkhan griff an.

Lio wich aus.

Ein schwarzer Feuerstrahl zerstörte einen Berg.

Lio flog durch die Flammen.

Er schloss die Augen.

Er hörte die Stimme seines Vaters.

„Stärke bedeutet nicht, dass du niemals fällst.“

Lio öffnete die Augen.

„Ich bin gefallen.“

Seine goldene Energie explodierte.

„Aber ich bin wieder aufgestanden.“

Er flog direkt auf Varkhan zu.

„Für meinen Vater!“

Ein Schlag.

„Für meine Mutter!“

Noch einer.

„Für Aetherion!“

Varkhan brüllte.

Lio sammelte seine gesamte Kraft.

„Und für alle, die wegen dir keine Heimat mehr haben!“

Der goldene Strahl traf Varkhan.

Der schwarze Drache wurde von der Energie verschlungen.

Varkhan fiel.

Das Urdrachenherz zerbrach.

Die schwarze Dunkelheit verschwand.


Kapitel 14 – Die Rückkehr der Drachen

Nach dem Krieg geschah etwas Unglaubliches.

Tief unter den Ruinen von Aetherion begannen Eier zu leuchten.

Eines nach dem anderen öffneten sie sich.

Kleine Drachen kamen heraus.

Dann größere.

Dann uralte Drachen, die jahrhundertelang geschlafen hatten.

Der Himmel füllte sich.

Die Menschen sahen nach oben.

Niemand sprach.

Lio stand auf dem alten Thron.

Eldran trat neben ihn.

„Dein Vater wäre stolz.“

Lio sah ihn an.

„Denkst du wirklich?“

„Er wusste immer, dass du eines Tages zurückkehren würdest.“

Lio lächelte.

„Dann hat er sich geirrt.“

Eldran sah ihn fragend an.

„Warum?“

„Ich bin nicht zurückgekehrt.“

Lio blickte über das neue Königreich.

„Ich bin neu angekommen.“


Kapitel 15 – Der neue König

Aetherion wurde wieder aufgebaut.

Doch diesmal gab es keine Trennung zwischen Menschen und Drachen.

Menschen bauten Häuser.

Drachen halfen beim Transport.

Magier und Drachenforscher arbeiteten zusammen.

Die alten Ruinen wurden zu Gärten.

Und auf dem höchsten Berg wurde ein neuer Palast errichtet.

Lio wollte keine goldene Krone.

Er wollte eine einfache.

Elena stand neben ihm.

Mira lächelte.

Darian salutierte.

Rin saß auf Lios Schulter.

Der alte Drache Eldran senkte den Kopf.

„König Lio von Aetherion.“

Alle Drachen brüllten.

Der Himmel bebte.

Lio hob seine Krone.

Doch bevor er sie aufsetzte, nahm er Elenas Hand.

Sie sah ihn an.

„Bereit?“

Lio lächelte.

„Solange du neben mir bist.“

Elena wurde rot.

„Dann setz endlich die Krone auf.“

Lio lachte.

Er setzte die Krone auf.


Epilog – Viele Jahre später

Ein kleiner Junge rannte durch den Palast.

„Papa! Papa!“

Lio kam aus dem Thronsaal.

„Was ist los?“

Der Junge zeigte nach draußen.

„Mama hat gesagt, ich darf nicht fliegen!“

Lio sah Elena an.

Sie verschränkte die Arme.

„Er ist erst sechs.“

Lio grinste.

„Mit sechs konnte ich auch fliegen.“

Elena sah ihn streng an.

„Du bist gegen drei Berge geflogen.“

„Das war Training.“

„Du hast einen Berg zerstört.“

„Ein kleiner Berg.“

Elena seufzte.

Der Junge begann zu lachen.

Dann erschienen kleine goldene Schuppen auf seinem Gesicht.

Lio wurde still.

Sein Sohn verwandelte sich langsam.

Kleine goldene Flügel erschienen.

Lio lächelte.

„Also gut.“

Elena hob eine Augenbraue.

„Lio.“

„Ich fliege mit ihm.“

„Lio.“

„Wir kommen zurück.“

„Lio!“

Er verwandelte sich in seinen goldenen Drachenkörper.

Sein Sohn kletterte auf seinen Rücken.

„Bereit?“

„Ja!“

Die beiden flogen in den Himmel.

Elena sah ihnen nach.

Mira stand neben ihr.

„Du hast einen Drachenkönig geheiratet.“

Elena lächelte.

„Nein.“

Sie sah zum Himmel.

„Ich habe den Jungen geheiratet, der niemals aufgegeben hat.“


Das letzte Bild

Hoch über Aetherion flog Lio mit seinem Sohn.

Unter ihnen lag das neue Königreich.

Menschen.

Drachen.

Magier.

Freunde.

Familien.

Frieden.

Lio blickte zum Horizont.

Dort ging die Sonne auf.

Er erinnerte sich an die Worte seines Vaters.

„Du wirst stärker sein.“

Lio lächelte.

„Ich verstehe es jetzt, Vater.“

Sein Sohn fragte:

„Was hast du gesagt?“

Lio sah ihn an.

„Nichts.“

Er breitete seine Flügel aus.

„Komm. Wir fliegen nach Hause.“

Die beiden Drachen verschwanden im goldenen Morgenlicht.

Und zum ersten Mal seit tausend Jahren war der Himmel von Aetherion nicht mehr voller Krieg.

Sondern voller Drachen.

ENDE.

Hauptfiguren für eine fortlaufende Serie

  • Lio – letzter Nachfahre des Drachenkönigs, beginnt schwach und wird zum mächtigsten Drachen seiner Generation.
  • Elena – Eisprinzessin, Lios wichtigste Verbündete und spätere große Liebe.
  • Mira – Lios Kindheitsfreundin, Schwertkämpferin und emotionale Verbindung zu seiner menschlichen Vergangenheit.
  • Darian – gefallener Ritter, wird Lios loyalster menschlicher Verbündeter.
  • Rin – frecher magischer Fuchs und Comic-Relief der Gruppe.
  • Eldran – uralter Drache, der Lio seit seiner Geburt beschützt und ihn trainiert.
  • Aeron – Lios Vater, der legendäre Drachenkönig aus der Vergangenheit.
  • Seraphina – Lios Mutter und Königin von Aetherion.
  • Varkhan – Lios Onkel, ehemaliger General und Hauptgegner der ersten großen Saga.

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